Überlegungen davor

Tierschutzgesetz (TierschG)

in der Fassung der Bekanntmachung vom 25. Mai 1998 (BGBL I S.1105)

§ 2:

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen, darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden, muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

Der Einzug neuer Gefährten

Nachdem ich hier schon recht ausführlich berichtet habe, was alles zu beachten ist, wenn man sich Kaninchen hält, möchte ich nun noch auf diesen Punkt eingehen.

Zum ersten sollte man sich wirklich der Verantwortung bewusst sein, dass man sich mindestens zwei Tiere holt und mit ihnen sehr wahrscheinlich 8 bis 10 Jahre seines Lebens verbringt.
Darüber hinaus sollten alle Beteiligten (beispielsweise die Eltern, die Mitbewohner oder der Lebenspartner) einverstanden sein.
Vermieter machen selten Probleme, aber auch darauf muss unbedingt Rücksicht genommen werden.
Wenn nun die erste beiden Punkte geklärt sind, sollte zuvor unbedingt ein Allergietest beim Haus- oder Hautarzt durchgefürt werden, um die Langohren danach nicht plötzlich aus ihrem neuen Zuhause weggeben zu müssen.
Nicht nur auf Tier- insbesondere Kaninchenhaare sollte getestet werden, sondern auch auf Gräser (Heu, Stroh, Einstreu). Eine Stauballergie kann für den zukünftigen Möhrenspender auch sehr belastend sein, da die Einstreu und das Heu oftmals doch stark stauben.

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass Kaninchen dämmerungsaktiv sind. D.h. tagsüber dösen sie am liebsten und in den frühen Morgenstunden und abends sind sie aktiv.
Ich finde es wichtig zu erwähnen, dass nicht jedes Kaninchen gern angefasst und gestreichelt werden mag. Kaninchen sind keine Kuscheltiere, dessen sollte man sich grundsätzlich bewusst sein.
Als zukünftiger (oder gegenwärtiger) Kaninchenhalter sollte man bereit und in der Lage sein, monatlich pro Tier 10€ zurückzulegen um eventuell plötzlich anfallende hohe Tierarztkosten zu übernehmen. Ich muss sicherlich nicht erwähnen, dass es wünschenswert ist (schon aus Respekt dem Tier (=Lebewesen) gegenüber) dass auch regelmäßige Impfungen nicht vergessen werden sollten und im Krankheitsfall sofort der TA aufzusuchen ist.
Ich sage jetzt einfach mal, ein Kaninchen ist wie ein Kleinkind. Es benötigt unsere Aufmerksamkeit, Fürsorge, Hingabe und liebevoll ausgesuchtes, qualitativ hochwertiges Futter. Ach, ich denke, Verständnis sollte auch genannt werden, denn entweder man spart auf die nächste Renovierung oder investiert sofort in eine kaninchensichere Umgebung. Das beinhaltet eventuelle Wandverkleidungen, aber in jedem Fall Kaninchengitter, die vor Kabeln oder anderen “teuren” Sachen schützen. Nicht umsonst nenne ich meine Hoppelse gern meine kleinen Raspelzähnchen.

Dass die Kosten für zwei Kaninchen im Monat rund 30- 40€ an Einstreu und Futter betragen, möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten. Ich habe ja auch schon ausreichend erklärt, weshalb eine ausgewogene und gesunde Ernährung mit gutem Heu, frischem Wasser, gesundem Frischfutter und ausgesuchtem, getreide-, zucker-/honig-, milch- und farbstofffreiem TroFu ist.

Wer letzt immernoch denkt, ein Kaninchen kann allein in einem dunklen, kleinen Verschlag gehalten werden wie “Stallhasen” und ebenso Körnerfutter fressen, sollte sich wohl keine Kaninchen anschaffen und mit einem Jahresvorrat an Schaumküssen in den Keller ziehen. 😉

Was nun, wenn man tatsächlich bereit ist all diese Opfer zu bringen?
Dann steht man vor der Frage,

“Woher bekomme ich nun meine neuen Mitbewohner?”

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